Kompressionsstrümpfe bzw. Stützstrümpfe - besser als ihr Image

Kompressionsstrümpfe: das Herz sanft entlasten

Kompressionsstrümpfe haben ein altbackenes Image. Die meisten Menschen verknüpfen sie mit Senior:innen oder mit langwierigen Operationen, die ihren Einsatz häufig erfordern, um lebensbedrohliche Thrombosen zu vermeiden. Dabei profitieren auch viele junge Menschen von den sogenannten Stützstrümpfen.

Wie wirken Kompressionsstrümpfe?

Kompressionsstrümpfe haben viele verschiedene Namen. Neben “Kompressionsstrumpf” gibt es auch die Bezeichnungen “orthopädischer Strumpf”, “Thrombosestrumpf”, “Stützstrumpf” oder “Gummistrumpf”. Es liegt jedoch immer dasselbe Wirkprinzip zugrunde: die üblicherweise knapp kniehohen Strümpfe üben durch ihre besonders stabile Machart permanent leichten Druck auf die Unterschenkel aus. Das unterstützt die Durchblutung der Beine und beugt auf diese Weise z. B. Blutgerinnsel vor.

Das Funktionsprinzip von Kompressionsstrümpfen

Warum hilft ein auf die Wade drückender Strumpf der Blutzirkulation in unserem Körper? Das hat mit der Schwerkraft zu tun. Mit jedem einzelnen Schlag arbeitet unser Herz nämlich gegen die Gravitation, die auch das Blut in unserem Körper unbarmherzig Richtung Boden zieht. Damit es dennoch zirkulieren kann und sich nicht einfach in unseren Beinen staut, muss unser Herz mit seiner Pumpleistung diese physikalische Kraft überwinden.

Damit das funktioniert, hat unser Körper einen interessanten Mechanismus in unseren Beinen entwickelt, der vor allem beim Laufen durch die Muskelkontraktionen automatisch das Blut wieder nach oben drückt. (Aus genau diesem Grund können sich bei langem Sitzen oder Liegen ohne Unterbrechung Thrombosen bilden: die Laufbewegung und der damit verbundene Druck fehlen, das Blut “stockt” und bildet Blutgerinnsel, die zu Infarkten und Embolien führen können.) Genau diesen Druck auf die Adern verstärken Kompressionsstrümpfe auf sanfte Weise, indem sie von außen “mitdrücken”. Das macht es leichter für das Herz, seine lebenswichtige Arbeit zu leisten.

Wer kann von Kompressionsstrümpfen profitieren?

Meistens sind es eher ältere oder krankheitsbedingt zu Thrombosen neigende Menschen, denen zur Nutzung von Stützstrümpfen geraten wird. Aber auch andere können von Kompressionsstrümpfen profitieren:

  • Bei langen Reisen, z. B. Flugreisen, sind Kompressionsstrümpfe wegen der Bewegungsarmut zur Thrombosevorbeugung empfehlenswert.
  • Sportliche Läufer:innen schätzen Kompressionsstrümpfe oft während des Trainings, weil sie die leistungsentscheidende Blutzirkulation unterstützen und der Wade bei Erschütterungen Halt bieten.
  • Viele chirurgische Eingriffe schreiben den Patient:innen das Tragen von thrombosevermeidenden Kompressionsstrümpfen vor.
  • Auch gegen Wassereinlagerungen – die ja unter anderem durch genetische Veranlagung, hohes Körpergewicht, Schwangerschaften und das Alter entstehen können – hilft das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Aber Vorsicht: Da solche Wassereinlagerungen auch Zeichen für ein schwaches Herz sein können, sollten Sie mit diesem Problem unbedingt ärztlichen Rat suchen!
  • Menschen, die oft lange auf den Beinen sind (z. B. in der Gastronomie Tätige), empfinden es mitunter als angenehmer, wenn sie während der Arbeit Kompressionsstrümpfe tragen. Die Beine fühlen sich dann nicht so “schwer” an.

Müssen Kompressionsstrümpfe immer altbacken aussehen?

Weil Kompressionsstrümpfe oft mit Alter und Krankheit assoziiert werden, sträuben sich vor allem viele junge Menschen dagegen, sie zu tragen – selbst, wenn sie davon profitieren würden. Dabei gibt es zirkulationsfördernde Strümpfe schon lange in spannenderen Farben als in biederem Beige. Tatsächlich sehen viele moderne Kompressionsstrümpfe eher sportlich aus: moderne, klare Farben und deutlich eingezeichnete Wirkbereiche vermitteln eher den Eindruck von moderner Sportkleidung statt von Stützstrümpfen aus dem Reformhaus. Mit diesen Strümpfen vermutet keiner, dass Sie Kompressionsstrümpfe tragen!