Amor als Symbol für die Liebe und den Brauch des Valentinstages

Valentinstag: Herkunft und Brauchtum

Die Bedeutung des Valentinstags lässt sich für die meisten Menschen mit einem Wort wiedergeben: Liebe. Aber wieso ist das eigentlich so? Wer war Valentin, und wieso wird er heute stets im Namen der Liebenden genannt? Woher stammen die Bräuche, die wir heute am 14. Februar praktizieren, und hatte dieser Tag vielleicht mal eine ganz andere Bedeutung? Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Spurensuche nach Ursprung, Herkunft und Geschichte des großen Liebesfestes.

Denn wirklich kommerziell geworden ist der Valentinstag erst in der Moderne – und das, obwohl er wesentlich älter ist. Wo genau die Ursprünge des Valentinstags liegen, lässt sich historisch nicht eindeutig benennen, vielmehr scheinen verschiedenste Traditionen – heidnische wie christliche – über die Zeit zusammengeflossen und umgewidmet worden zu sein. Dennoch lassen sich gewisse Grundmotive des Festes ausmachen, wie z. B. der Name „Valentin“ oder die Motive „Liebe“ und „Frühling“, die sich konstant über die Jahrhunderte und Jahrtausende erhalten haben.

Genausowenig, wie die Geschichte des Valentinstags einem festen roten Faden folgt, ist sie fortlaufend. Wie viele Feste hat auch der Valentinstag über die Jahrhunderte Zeiten erlebt, in denen er Hochkonjunktur hatte, und andere Zeiten, in denen er so gut wie vergessen war. Generell lässt sich sagen, dass die Geschichte des modernen Valentinstags mit der höfischen Dichtung im 14. Jahrhundert beginnt und seine Beliebtheit seither recht konstant zunimmt. Im Folgenden bekommen Sie einen Überblick über die Wegpunkte, die der Valentinstag bis heute passiert hat und die ihn zu dem gemacht haben, was wir heute kennen.

Ursprünge des Valentinstags

Bei der Suche nach dem Ursprung des Liebesfestes bleibt wohl jeder zuallererst an dem Namen hängen, dem in der Bezeichnung des Tages ein Denkmal gesetzt wurde: Valentin. Genauer gesagt: dem heiligen Valentin, dessen im katholischen Heiligenkalender am 14. Februar zusammen mit Kyrill und Method von Saloniki gedacht wird. Oder – genauer gesagt – wurde; denn der 469 eingeführte Gedenktag zu Ehren des heiligen Valentin wurde 1969 wieder offiziell von der katholischen Kirche abgeschafft. Die 1500 Jahre dazwischen reichten jedoch mehr als aus, um einen Feiertag der Liebe zu etablieren, den mittlerweile jedes Kind kennt und der weltweit jährlich steigende Einnahmen in die Kassen spült.

Wer war der heilige Valentin?

Dabei ist nicht mal mehr restlos zu klären, wer der heilige Valentin eigentlich genau war. In der Überlieferung tauchen sowohl ein Valentin von Terni als auch ein Valentin von Rom auf, wobei die Möglichkeit besteht, dass es sich um dieselbe Person handelt – wirklich unterschieden werden die beiden nicht. Über Valentin wurde überliefert, er habe Liebende trotz des damaligen Verbots christlich getraut und den frisch Verheirateten Blumen geschenkt (worin ein Grund liegen könnte, weshalb sich Liebende heute an seinem Tag Blumen schenken); als er als Märtyrer in Gefangenschaft geriet, habe er die Tochter des Aufsehers von ihrer Blindheit geheilt und so deren ganze Familie dazu bewegt, zum Christentum zu konvertieren. Außerdem wird er als Schutzheiliger mit Epilepsie in Verbindung gebracht.

Frühlingsfeste

Neben der Herleitung unseres heutigen Valentinstags über Wirken und Leben des heiligen Valentin existiert auch die Theorie, der Valentinstag gehe zurück auf ältere Bräuche rund um den Frühling. Abwegig ist diese Theorie nicht, denn der Valentinstag markiert in unserem Kalender das langsam beginnende Wiedererwachen der Natur nach dem Winter. Zum Beispiel kannte das antike Rom die Lupercalien, einen Fruchtbarkeits- und Reinigungsritus im Namen der Göttin Juno, welcher vom 13. bis zum 15. Februar begangen wurde.

Im fünften nachchristlichen Jahrhundert wurde dieses Fest auf päpstlichen Erlass abgeschafft und das Fest Mariä Reinigung am 14. Februar nahm seinen Platz ein. Ein direkter Zusammenhang dieser Festlichkeiten mit dem Valentinstag, den wir heute kennen, lässt sich zwar nicht mehr belegen, aber dass Frühling, Neuanfang und Fruchtbarkeit in Zusammenhang mit Liebe und Partnerschaft stehen, klingt schlüssig – vor allem, wenn man das Motiv umeinander werbender Vögel miteinbezieht, das zentral für Chaucer und viele seiner mittelalterlichen Zeitgenossen war.

Der Valentinstag und die höfische Romantik

Anzunehmen, dass der 14. Februar seit jeher Tag der Liebespaare gewesen sei, wäre falsch. Tatsächlich begründete sich diese Tradition nämlich erst im 14. Jahrhundert und im Umfeld der höfischen Liebe. Gerne wird im Zusammenhang der Neuinterpretation des Valentinstags der Name Geoffrey Chaucer genannt, welcher als Verfasser der Canterbury Tales und als einer der ersten Dichter, die Englisch statt Latein oder Französisch für ihre Werke nutzten, noch heute bekannt ist. Chaucer brachte in seinem Werk Parlement of Foules (1382) den Valentinstag mit der Thematik Vogelhochzeit in Verbindung.

Der Valentinstag im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Ausgehend von Chaucers Werk und seiner ersten Assoziation des Valentinstags mit der romantischen Liebe entwickelte sich der Valentinstag immer mehr zu dem Festtag der Liebespaare, den wir heute kennen. Die Loslösung der Thematik von der Natur (insbesondere der Welt der Singvögel), ihre Anwendung auf romantische Beziehungen zwischen Menschen und die Etablierung des Namens „Valentine“ für die geliebte Person geschahen Schritt für Schritt. An Quellen aus dieser Zeit sind im Bezug auf den Valentinstag auf jeden Fall zu nennen:

  • die Charter of the Court of Love (1400, angeblich herausgegeben vom französischen König Karl VI.), eine Beschreibung eines Valentinstagsfestes am königlichen Hof mit einem Festmahl, lyrischen Wettbewerben zum Thema Liebe, Turnieren und Tänzen
  • ein Rondeau des Herzogs Karl von Orléans an seine Frau, verfasst während dessen Gefangenschaft im Tower of London nach der Schlacht von Azincourt (1415), in dem er seine Liebste erstmals nachweislich „Valentinée“ nennt
  • die Paston Letters (1477) von Margery Brewes an ihren zukünftigen Ehemann John Paston, in denen sie ihn als „Valentine“ bezeichnet und den Begriff somit erstmals im englischsprachigen Raum nachweisbar macht
  • The Faerie Queene (1590), ein episches Gedicht von Edmund Spenser, in dem sich das literarische Vorbild des typischen Valentinstags-Reims „Rosen sind rot, Veilchen sind blau“ findet: „She bath’d with roses red, and violets blew, / And all the sweetest flowres, that in the forrest grew.“
  • William Shakespeares Hamlet (1600-1601), ein Stück, dessen Charakter Ophelia klar Bezug auf den Valentinstag nimmt
    das von John Donne stammende Hochzeitslied, verfasst für die am Valentinstag 1613 stattfindende Hochzeit zwischen Prinzessin Elisabeth Stuart und Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, in welchem er, wie Chaucer zuvor, über das Werben der Vögel umeinander spricht

Der Valentinstag als modernes Fest

Heutzutage kennen, mögen und kritisieren wir den Valentinstag vor allem als Tag des Konsums. Viele Branchen (typischerweise vor allem Floristen, Pralinenhersteller und Restaurants) machen am Valentinstag und in den Wochen zuvor große Gewinne. Diese Tradition stammt, wie die Umwidmung des Tages des heiligen Valentin zum Liebesfest, aus dem englischsprachigen Raum, wo schon im 18. Jahrhundert Valentinstagskarten en masse produziert und verschickt wurden. Im 19. Jahrhundert kam in Großbritannien mit der Fancy Box, einer herzförmigen Pralinenschachtel, die Tradition auf, einander Schokolade zum Valentinstag zu schenken; im 20. Jahrhundert wurde dieser Austausch auf alle Arten von Geschenken ausgedehnt, so wie wir ihn auch heute noch kennen.

Durch die amerikanische Popkultur ist der Valentinstag mittlerweile international bekannt, und viele Länder haben ihre eigenen Bräuche um die amerikanischen ergänzt oder diese schlicht übernommen, wenn der Valentinstag dort keine eigene Tradition besaß. So ergibt sich eine bunte und vielfältige Landschaft der Valentinstraditionen, welche zwar alle irgendwie miteinander und immer mit Schokolade, Karten und Blumen zu tun zu haben scheinen, aber doch etwas Unverwechselbares sind.